Die Fettleber, oder auch Steatosis hepatis, entwickelt sich zu einer regelrechten Volkskrankheit. Insgesamt fast ein Viertel aller Erwachsenen leidet unter der nicht-alkoholischen oder alkoholischen Form der Erkrankung, bei der vermehrt Fett in der Leber eingelagert wird. Auch bei den Kindern ist Schätzungen zufolge bereit jedes Dritte übergewichtige Kind betroffen. Experten gehen davon aus, dass über 90% aller Alkoholkranken eine verfettete Leber aufweisen, bei Patienten mit Typ-2-Diabetes sowie stark adipösen Menschen sind es rund 85%. Damit liegen die häufigsten Ursachen einer Fettleber bereits auf der Hand: Übergewicht, mangelnde Bewegung, falsche Ernährung, Alkohol und/oder Diabetes.

Von der Fettleber zur Leberzirrhose

Ob sich die Steatosis hepatis zu einer Leberzirrhose entwickelt, hängt von möglichen entzündlichen Reaktionen ab. Eingeteilt wird die Fettleber in drei Stufen: Stufe 1 bezeichnet die reine Fettleber ohne entzündliche Reaktion. Stufe 2 ist die Steatohepatitis bzw. Fettleberhepatitis, also eine Fettleber mit entzündlicher Reaktion. Stufe 3, die Leberzirrhose, entwickeln ca. 10% der Betroffenen. Insgesamt tritt ungefähr jeder zweite Betroffene in die zweite Phase der Erkrankung über, in der Entzündungsprozesse auftreten. Bei einer nicht-alkoholischen Fettleber liegt das Risiko bei 10-30%, bei einer alkoholischen Steatosis hepatis deutlich höher. Sie ist Grundlage für eine Leberfibrose und letztendlich der Entwicklung einer Leberzirrhose.

Symptome der Leberzirrhose erst spät bemerkbar

Da die Leber keine Schmerzrezeptoren hat, kann sie kein Schmerzsignal aussenden. Daher sind die Symptome vor allem in früheren Stadien eher diffus und unspezifisch. Hat sich bereits über einen längeren Zeitraum Fett in der Leber angelagert und ist die Erkrankung fortgeschritten, so können Symptome wie Völlegefühl, Druckgefühl in der Lebergegend, Blähungen, Beschwerden beim Liegen auf der rechten Seite sowie eine allgemeine körperliche, aber auch geistige Leistungsminderung auftreten. Erst, wenn das vermehrte Fett zu einer Entzündung führt, steigen im Allgemeinen auch die Leberwerte und es kann zu Anzeichen einer Gelbsucht kommen.

Entwicklung einer Leberzirrhose vermeiden

Damit die Fettleber nicht zu einer Leberzirrhose wird, sollten schnellstmöglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Denn nur in einem frühen Stadium kann sich die Leber wieder vollständig erholen. Bei einer alkoholbedingten Fettleber gilt ein strikter Alkoholverzicht. Ist die Erkrankung nicht-alkoholbedingt, richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sollten auf jeden Fall auf der Tagesordnung stehen. Das Körpergewicht sollte um mindestens 3-5% reduziert werden (aus Weiß J, Rau M, Feier A, siehe Quellen). Medikamentös lässt sich die Krankheit aktuell noch nicht heilen.

Wird eine Fettleber immer zur Leberzirrhose

Da die Leber keine Schmerzrezeptoren hat, kann sie kein Schmerzsignal aussenden.

Quellen:

Meißner T. Metabolisches Syndrom. Auch nichtalkoholische Fettleber führt häufig zur Leberzirrhose. Ärztezeitung 2008;  (letzter Aufruf am 18.02.2020)

https://www.deutsche-leberstiftung.de/presse/pressemappe/lebererkrankungen/fettleber/ (letzter Aufruf am 18.02.2020)

https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/fettleber/ (letzter Aufruf am 18.02.2020)

Weiß J, Rau M, Geier A. Nichtalkoholische Fettlebererkrankung Epidemiologie, Verlauf, Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 447-52

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