Hepatitis A

Übertragung: Das Hepatitis-A-Virus wird fäkal-oral übertragen. Das bedeutet, kleinste Spuren von ansteckenden Stuhlresten gelangen über den Mund in den Körper. Ansteckungsquellen sind vor allem verunreinigte Nahrungsmittel und Trinkwasser. Aber auch Sexualpraktiken oder Kontaktinfektionen über Hände oder Oberflächen können zu einer Hepatitis-A-Erkrankung führen. 30 bis 40 Prozent der in Deutschland gemeldeten Fälle werden bei Rückkehrenden von Reisen festgestellt.

Beschwerden: Zu den Anzeichen einer Hepatitis A gehören Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Übelkeit sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln eine Gelbsucht.

Risiken: In der Regel heilt eine Hepatitis A innerhalb von ein bis vier Monaten von selbst aus. Bei älteren Menschen oder bei Menschen mit bereits geschädigter Leber treten mitunter schwere Verläufe auf, die zu Leberversagen führen können. Ist eine Hepatitis A ausgeheilt, besteht nicht mehr die Gefahr, sich ein weiteres Mal anzustecken – man ist immun.

Vorbeugung: Es gibt eine wirkungsvolle Schutzimpfung gegen Hepatitis A.

Behandlung: Gegen das Hepatitis-A-Virus selbst gibt es keine Therapie. Behandelt werden lediglich die Symptome. Auf leberschädigende Substanzen wie Alkohol und nicht unbedingt notwendige Medikamente sollte man während einer Hepatitis-A-Erkrankung verzichten.

 

Hepatitis B

Übertragung:

Mit rund 300 Millionen Virusträgern ist Hepatitis B eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Das Virus kann durch Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Blut, Sperma, Scheidensekret oder Muttermilch übertragen werden. Das Ansteckungsrisiko ist sehr hoch. In Deutschland wird das Hepatitis-B-Virus meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Daneben spielen Hygienemängel eine Rolle, beispielsweise bei Tätowierungen oder Piercings. In der Drogenszene besteht Infektionsgefahr durch gemeinsam benutztes Spritzenbesteck. Das Hepatitis-B-Virus kann bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Beschwerden: Die Anzeichen einer akuten Hepatitis B können grippeähnliche Beschwerden sein, manchmal treten Gelenkschmerzen und Hautveränderungen auf. Eine Gelbsucht zeigt sich bei rund 20 Prozent der Infizierten.

Risiken: Eine akute Hepatitis B heilt bei ansonsten gesunden Erwachsenen in über 90 Prozent der Fälle von selbst aus. Allerdings verbleibt die Erbinformation (DNA) des Virus in den Leberzellen. Bei stark geschwächtem Immunsystem kann das Hepatitis-B-Virus sogar nach Jahrzehnten wieder aktiv werden, beispielsweise unter einer Chemotherapie oder bei AIDS. Wird die Erkrankung chronisch, kann sie zu einer Leberzirrhose oder zu Leberzellkrebs führen.

Vorbeugung: Es gibt eine wirkungsvolle Impfung, die gleichzeitig gegen Hepatitis D schützt.

Behandlung: Bei einem chronischen Verlauf sowie in bestimmten Situationen, zum Beispiel bei Schwangeren, kann eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten helfen. Sie unterdrücken das Virus, können die Hepatitis B aber nicht ganz ausheilen. Daher müssen die Medikamente in der Regel dauerhaft eingenommen werden.

 

Hepatitis C

Übertragung: Hepatitis-C-Viren werden über das Blut übertragen. Ein hohes Infektionsrisiko besteht bei der gemeinsamen Nutzung von Drogenutensilien wie Spritzen oder Schnupfröhrchen. Auf sexuellem Weg wird das Virus z.B. bei analen und anderen sexuellen Praktiken mit erhöhtem Verletzungsrisiko übertragen.

Beschwerden: Hepatitis-C-Erkrankungen verlaufen oft beschwerdefrei. Wie bei Hepatitis B treten manchmal grippeähnliche Symptome, Gelenkschmerzen und Hautveränderungen auf. In 20 Prozent der Fälle kommt es zu Gelbsucht. Eine chronische Hepatitis C kann in einer Leberzirrhose oder in Leberzellkrebs münden.

Risiken: Eine Hepatitis C kann folgenlos von selbst ausheilen. Allerdings wird der Körper nicht immun und eine erneute Ansteckung ist jederzeit möglich. Bei Erwachsenen wird eine Hepatitis C in 60 bis 85 Prozent der Fälle chronisch.

Vorbeugung: Gegen Hepatitis C gibt es keine Schutzimpfung.

Behandlung: Eine Hepatitis C ist in nahezu allen Fällen heilbar.

Hepatitis D

Übertragung: Das Hepatitis-D-Virus kann nicht allein auftreten, sondern braucht zur Vermehrung das Hepatitis-B-Virus. Deswegen entwickelt sich eine Hepatitis D ausschließlich gleichzeitig mit einer Hepatitis B. In Deutschland ist diese Kombination eher selten. Die Ansteckung erfolgt ähnlich wie bei Hepatitis B.

Beschwerden: Die Symptome einer Hepatitis D ähneln denen einer Hepatitis B.

Risiken: Kommt es bei bestehender Hepatitis B zu einer zusätzlichen Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus, erhöht sich das Risiko einer Leberzirrhose deutlich. Das Hepatitis-D-Virus gilt daher als das gefährlichste Hepatitis-Virus. Gilt die Hepatitis B als ausgeheilt, ist auch die Ausheilung der Hepatitis D gesichert. Eine erneute Infektion ist dennoch möglich.

Vorbeugung: Die effektive Schutzimpfung gegen Hepatitis B wirkt gleichzeitig auch gegen Hepatitis D.

Behandlung: Seit August 2020 ist in Europa erstmals ein Medikament zur Behandlung von Hepatitis D zugelassen.

 

Hepatitis E

Übertragung: Das Hepatitis-E-Virus überträgt sich in den Industrienationen hauptsächlich über nicht durchgegartes Schweine- oder Wildfleisch sowie über Muscheln. Reiserückkehrer und -rückkehrerinnen aus Asien und Afrika weisen vereinzelt Varianten dieses Virustyps auf. Die Ansteckung erfolgt vor allem über verunreinige Nahrungsmittel oder Trinkwasser.

Beschwerden: Eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus verläuft in der Regel beschwerdefrei. Eine Gelbsucht tritt selten auf. Manche Betroffene klagen über Müdigkeit, Fieber, dunklen Urin oder eine Gelbfärbung von Haut und Augen. Auch neurologische Symptome wie eine Hirnhautentzündung und Nervenschmerzen sind möglich.

Risiken: In der Regel heilt eine Hepatitis E folgenlos aus. Eine Immunität, also der Schutz vor einer Neuansteckung, besteht danach über viele Jahre. Bei chronisch Leberkranken sind dennoch schwere Krankheitsverläufe bis hin zu einer Leberzirrhose möglich.

Besondere Vorsicht ist bei werdenden Müttern geboten: Unerklärlich hohe 10 bis 20 Prozent der Schwangeren, die sich mit bestimmten Varianten dieses Virus infizierten, starben im letzten Drittel der Schwangerschaft an Leberversagen. Auf Reisen nach Asien oder Afrika sollten Schwangere daher verzichten.

Vorbeugung: Eine Impfung ist in Deutschland nicht verfügbar.

Behandlung: Bisher gibt es keine offiziell zugelassene Therapie gegen Hepatitis E. In bestimmten Fällen wird eine antivirale Therapie durchgeführt, die die Viruslast beschränken kann.

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Quellen: