Was ist Aszites und wie entsteht er?

Bei einem Aszites sammelt sich in der Bauchhöhle Flüssigkeit an. Dies entsteht unter anderem durch einen sogenannten Pfortaderhochdruck, bei dem sich der Druck in der Portalvene erhöht. Denn bei Leberzirrhose-Patienten kann das Blut nicht mehr ungehindert durch die Vene aus den Bauchorganen zur Leber fließen und staut sich vor der vernarbten Leber an. Durch den Rückstau tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen aus. Darüber hinaus bildet die Leber weniger Albumin, ein bestimmtes von diesem Organ gebildetes Eiweiß. Albumin sorgt normalerweise auch dafür, dass die Flüssigkeit in den Gefäßen gehalten wird. Durch ein Ungleichgewicht sammelt sich die Flüssigkeit so unter anderem im Bauchraum oder beispielweise auch in den Beinen an. Diese Wassereinlagerungen nennen sich Ödeme.

Welche Symptome für Aszites gibt es?

Betroffenen und ihren Angehörigen fällt ein Azites zu Beginn nicht sofort auf, da der Bauchumfang lediglich einige Zentimeter zunimmt. Jedoch ist es gut, wenn Sie bei einer Gewichtszunahme achtsam sind und Ihren Körper beobachten:

  • Fühlt sich Ihr Bauch geschwollen an und wölbt er sich nach außen?
  • Nehmen Sie ein unangenehmes Druck- oder Völlegefühl war?
  • Haben Sie das Gefühl, schlechter atmen zu können, wenn Sie liegen oder eine Treppe hochgegangen sind?

Können Sie einige der Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann Sie untersuchen und die Ursache für das Unwohlsein identifizieren. Außerdem kann er, sollte sich der Verdacht bestätigen, Maßnahmen einleiten, um ein Fortschreiten des Aszites zu verhindern.

Wenn bei Ihnen Bauchwasser festgestellt wurde, ist es ratsam, dass Sie besonders aufmerksam mit sich umgehen: Haben Sie zusätzlich Symptome wie Bauchschmerzen und Fieber, sollten Sie rasch zum Arzt gehen, denn es könnte sich um Anzeichen für eine Entzündung des Bauchfells (bakterielle Peritonitis) handeln. Dabei geraten Darmbakterien in das Gewebe, welches den Bauchraum auskleidet und die hier liegenden Organe umgibt, und lösen eine Entzündung aus.

Was lindert die Beschwerden eines Aszites bei Leberzirrhose und wie lässt er sich behandeln?

Verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen können dabei helfen, die Flüssigkeitsmenge in der Bauchhöhle zu verringern und dadurch die Beschwerden zu lindern und so auch die Lebensqualität zu verbessern:

Kochsalzarme Ernährung
Das in Kochsalz enthaltene Natrium kann Wassereinlagerungen begünstigen. Bei einem Aszites raten Ärzte daher häufig dazu, die Kochsalzzufuhr einzuschränken. An dieser Stelle können Sie selbst aktiv werden und zum Beispiel den Verzehr von Fertigprodukten oder Wurstwaren reduzieren. Fragen Sie auch Ihren Arzt um Rat.

Entwässernde Medikamente
Entwässernde Medikamente (Diuretika) steigern die Ausscheidung von Wasser und unter anderem Natrium über die Niere. Ihr Arzt stellt dabei die für Sie geeignete Medikamentendosis ein.

Punktion des Aszites
Hierbei führen die Ärzte eine Nadel in den Bauchraum ein, um so die Flüssigkeit zu entfernen. Damit keine umliegenden Organe beschädigt werden und um eine geeignete Einstichstelle zu finden, nutzen sie dabei ein Ultraschallgerät. Nicht jeder Aszites muss zwangsläufig punktiert werden. In einigen Fällen kann das Verfahren allerdings notwendig sein, um zum Beispiel eine Probe des Bauchwassers zu entnehmen. Damit der Patient keine Schmerzen spürt, erhält er eine örtliche Betäubung.

Mann hält sich Hände an den Bauch

Wenn bei Ihnen Bauchwasser festgestellt wurde, ist es ratsam, dass Sie besonders aufmerksam mit sich umgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier finden Sie weitere interessante Informationen und Artikel rund um das tägliche Leben mit Leberzirrhose.