Was ist eine Leberzirrhose und wie entsteht sie?

Eine Leberzirrhose ist eine bleibende Schädigung der Leber, die durch eine lang anhaltende Lebererkrankung entsteht. Nach und nach vernarbt das Gewebe und wandelt sich in funktionsloses Bindegewebe um. Da sich die Leber bei diesem Prozess zusammenzieht, nennt man die Leberzirrhose auch Schrumpfleber. Die Bezeichnung „Leberzirrhose“ leitet sich von den griechischen Wörtern Kirrhos (orange, gelbbraun) und Osis (Zustand) ab1 und verweist auf die auffällig gelbliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten der Patienten.

Eine Leberzirrhose tritt nicht von heute auf morgen auf, vielmehr bezeichnet sie das Endstadium einer Lebererkrankung. Eine Vorstufe ist die Leberfibrose, bei der das Lebergewebe nach und nach in Bindegewebe umgebaut wird. Bei der Leberzirrhose geht das Lebergewebe letztlich ganz zugrunde, es kann zum Leberversagen kommen.

Was sind die Ursachen einer Leberzirrhose?

Die häufigsten Ursachen für Lebererkrankungen, die die Entstehung einer Leberzirrhose begünstigen, sind die alkoholische und nicht-alkoholische Fettlebererkrankung und eine Infektion mit Hepatitis-Viren. In etwa der Hälfte der Fälle ist eine Leberzirrhose auf langanhaltenden Alkoholmissbrauch zurückzuführen (sogenannte alkoholische Leberzirrhose), circa ein Viertel ist durch eine anhaltende Virusinfektion der Leber bedingt.
Auch eine zu fettreiche Ernährung, Fettleibigkeit oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) schädigen die Leber. Die Leber lagert dann mehr Fett ein als sie abgeben kann, und es entwickelt sich eine Fettleber, die sich wiederum entzünden kann. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente die Leber belasten. Werden Schädigungen rechtzeitig behoben, wird sich die Leber in der Regel von der Erkrankung wieder erholen. Bei einer Leberzirrhose ist dies jedoch nicht möglich. Sie ist nicht umkehrbar.

Sie sind nicht allein!

Erkrankungen der Leber kommen relativ häufig vor. In Deutschland haben rund 5.000.000 Menschen eine Lebererkrankung2. Die häufigsten Ursachen sind dabei Virusinfektionen sowie die alkoholbedingte und nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankung. Von einer Leberzirrhose sind bundesweit rund 1.000.000 Menschen betroffen3. Daher ist der Wissensstand in der Medizin groß und es gibt moderne Therapiemöglichkeiten, um Betroffene zu unterstützen.

Welche Anzeichen deuten auf eine Leberzirrhose hin?

Eine Leberschädigung, die in eine Leberzirrhose führen kann, zeigt zunächst keine beziehungsweise nur allgemeine Symptome wie:

  • Müdigkeit
  • Appetitverlust oder Übelkeit
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch

Lebererkrankungen bleiben daher bis zur Diagnose und Therapie oft lange unentdeckt und schreiten weiter voran.

Selbst die Leberzirrhose äußert sich zunächst nicht anders. Es können aber andere Symptome auftreten:

  • Gelbfärbung der Augen und Haut (Gelbsucht)
  • Juckreiz
  • Verstärkte Neigung zu blauen Flecken und lang anhaltendes Bluten bei Verletzungen
  • Leberhautzeichnungen (unter anderem sternförmige Neubildungen der Blutgefäße im Gesicht oder am Oberkörper)
  • Wassereinlagerungen in der Bauchhöhle (Wasserbauchsucht)
  • „Krampfadern“ in Magen und Speiseröhre: Der Blutfluss in die Leber ist durch Vernarbungen vermindert. Das Blut sich andere Wege und fließt vermehrt durch die Venen im Magen und der Speiseröhre um die Leber herum.
  • Störungen im zentralen Nervensystem, die unter anderem zu Unsicherheit beim Gehen oder Konzentrationsschwierigkeiten (hepatische Enzephalopathie) führen

Wenn Sie einige dieser Symptome bei sich bemerken, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf. Er kann die Ursachen abklären, eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten, die Ihre Beschwerden lindert.

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